Was ist eine Bucida und warum sieht sie anders aus?
Die Bucida, botanisch Bucida buceras, ist ein tropischer Baum aus der Karibik und Mittelamerika, der in Europa fast nur als Zimmerpflanze bekannt ist. Ihr Merkmal ist die Verzweigung: Die Äste gehen waagerecht vom Stamm weg und teilen sich in mehreren Ebenen übereinander, und an den Enden dieser Zweige sitzen die Blätter in dichten kleinen Büscheln statt gleichmäßig verteilt. Das Ergebnis ist eine Silhouette in klar getrennten Etagen, wie man sie sonst von Bonsai oder von alten Pinien kennt. Kein anderer Baum in unserem Sortiment hat diese Form. Wer eine Bucida sucht, sucht genau diese Etagen und nicht einfach einen weiteren grünen Baum, denn Ficus, Olive und Geigenfeige bilden alle eine geschlossene, runde Krone.
Für ein Kunststoffmodell ist diese Bauweise ein Glücksfall. Eine geschlossene Krone muss dicht sein, sonst sieht man durch sie hindurch auf die nackten Zweige, und Dichte kostet bei einem Nachbau immer Realismus, weil sich Blatt an Blatt reiht. Bei der Bucida ist der freie Raum zwischen den Etagen Teil der Form. Der Blick geht bewusst durch den Baum hindurch, die Zweigstruktur ist sichtbar gewollt, und genau dadurch wirkt das Modell aufgeräumt statt gerupft. Was du bekommst, sind drei Höhen mit derselben Bauweise: 71 cm, 165 cm mit einem Topf von Ø 25 cm und 200 cm mit Ø 23 cm, jeweils als Gesamthöhe inklusive Topf gemessen.
Wie echt wirkt ein künstlicher Bucida-Baum?
Aus zwei Metern nimmst du eine künstliche Bucida als Baum wahr, aus dreißig Zentimetern erkennst du die Kunststoffoberfläche der Blätter und die Stellen, an denen sie in die Zweige gesteckt sind. Diese Antwort gilt für jedes Modell in dieser Klasse, und sie steht hier, weil eine falsche Erwartung direkt in eine Retoure führt. Die Bucida hat allerdings zwei Eigenschaften, die für sie arbeiten. Ihre Blätter sind klein, und kleine Blätter zeigen weniger zusammenhängende Fläche als große. Und ihre Zweige stehen frei, sodass zwischen den Etagen echte Schatten entstehen, wenn Licht von der Seite kommt. Diese Schatten sind das, was einem Nachbau normalerweise fehlt.
Der Aufbau nach dem Auspacken entscheidet den Rest. Zieh jeden Zweig einzeln in die Waagerechte, statt die Krone insgesamt aufzuschütteln, und arbeite dich dabei von unten nach oben durch die Etagen. Versetze die Ebenen gegeneinander, sodass keine zwei Zweige übereinander liegen, und lass eine Seite des Baums bewusst offener als die andere. In der Natur wächst eine Bucida asymmetrisch, weil sie sich dem Licht zuwendet. Stell den Baum danach seitlich zu einer Lichtquelle und nicht mittig davor, dann fallen die Schatten der oberen Etagen auf die unteren. Weitere Modelle, die auf kurze Distanz bestehen sollen, findest du unter Kunstpflanzen wie echt.
So groß steht eine Bucida mit 71 bis 200 cm im Raum
Alle drei Zahlen sind Gesamthöhen inklusive Topf, gemessen von der Standfläche bis zur höchsten Zweigspitze. Die 71er ist eine Tischgröße und steht auf Kommode oder Sideboard. Die 165er reicht damit einem stehenden Erwachsenen etwa bis zur Augenhöhe und bleibt in jedem Raum unter der Türhöhe. Die 200er entspricht ungefähr einem Türrahmen und ist damit der größte Baum, den viele Wohnungen ohne Umbau aufnehmen. Bei 2,40 m Deckenhöhe bleibt über der Krone noch etwa eine Handbreit, und diese Handbreit ist weg, sobald ein Übertopf mit 15 cm Höhe dazukommt. Miss deshalb vor der Bestellung die Deckenhöhe und rechne den Übertopf mit ein, sonst steht der Baum eingeklemmt statt gewachsen. Zwischen Kronenspitze und Decke sollten mindestens 20 cm bleiben, damit die oberste Etage frei atmen kann.
In der Fläche verhält sich die Bucida anders als ein runder Baum. Die waagerechten Etagen greifen weit in den Raum, aber nur in einer Ebene, während der Bereich darunter frei bleibt. Das heißt in der Praxis: Unter der Krone kannst du einen Sessel oder ein Sideboard stellen, seitlich brauchst du dagegen mehr Platz als bei einem Ficus derselben Höhe. Vor einer Fensterfront funktioniert die Form besonders gut, weil sich die Etagen als Silhouette gegen das Licht abzeichnen. Weitere Bäume in dieser Höhenklasse stehen unter große Kunstpflanzen. Die 165er ist in Standardwohnungen die ruhigere Wahl, die 200er gehört in Räume ab etwa 2,60 m Deckenhöhe oder in ein Treppenhaus. Die gesamte Auswahl an Bäumen findest du unter Kunstbäume.
Für welche Räume eignet sich ein künstlicher Bucida-Baum?
Für Räume, in denen ein Baum eine Rolle spielen soll und in denen ein echter keine Chance hätte. Die lebende Bucida braucht viel Licht, gleichmäßige Wärme und regelmäßiges Wasser, sie reagiert auf trockene Heizungsluft mit Blattfall und ist als Zimmerpflanze in Mitteleuropa ein anspruchsvoller Kandidat. Das Kunststoffmodell hat keine dieser Anforderungen. Es kann in eine fensterferne Ecke, in ein Treppenhaus, in einen Empfangsbereich oder in ein Büro, das über Weihnachten drei Wochen leer steht. Weil die Etagenform von Weitem wirkt, eignet sie sich besonders für große Räume und hohe Decken, in denen kleinere Pflanzen untergehen. In einem kleinen Zimmer nimmt sie dagegen mehr Aufmerksamkeit, als der Raum verträgt.
Für gewerbliche Flächen gehört ein Vorbehalt dazu. Empfangsbereiche, Gastronomie und öffentliche Gebäude verlangen häufig einen Nachweis über schwer entflammbares Material nach B1. Kläre die Anforderung vor einer größeren Bestellung mit dem Betreiber ab, sonst steht die Ware nach der Abnahme wieder im Karton. In Wohnräumen, Praxen ohne Auflagen und Einzelbüros stellt sich die Frage nicht. Dort zählt allein, dass der Baum ohne Betreuung auskommt und niemand einen Gießplan führen muss, auch nicht im Urlaub und nicht über den Jahreswechsel.
Wie reinigst du einen künstlichen Bucida-Baum?
Die waagerechten Etagen sind der Grund, warum eine Bucida etwas mehr Aufmerksamkeit braucht als ein Baum mit hängendem Laub. Staub fällt senkrecht und legt sich genau auf die nach oben zeigenden Blattbüschel, während die Unterseiten sauber bleiben. Geh deshalb alle vier Wochen mit einem weichen Staubwedel oder einem breiten Pinsel Etage für Etage von oben nach unten durch und stütze die Zweige dabei mit der freien Hand ab. Wer den Baum in einem Raum mit Kamin, offener Küche oder Straßenfenster stehen hat, verkürzt den Abstand auf drei Wochen. Ein Blick von schräg unten gegen das Licht zeigt zuverlässig, ob ein Durchgang fällig ist.
Für den gründlichen Durchgang alle zwei bis drei Monate feuchtest du ein Mikrofasertuch mit klarem Wasser an und nimmst die Blattbüschel einzeln zwischen Tuch und Hand. Kein Wasserstrahl, keine Dusche und kein Eintauchen, weil Wasser im Innentopf stehen bleibt und nach einigen Wochen riecht. Verzichte auf Blattglanzmittel und Möbelpolitur, beide erzeugen einen Spiegeleffekt, den keine echte Pflanze hat, und lösungsmittelhaltige Reiniger greifen die Farbschicht an. Bei der 200er Höhe brauchst du für die oberen Etagen einen Tritt, und es ist einfacher, den Baum vorher an eine Stelle mit Platz rundherum zu schieben, als sich in der Ecke daran vorbeizuarbeiten.