Wie echt wirkt ein künstlicher japanischer Ahorn?
Aus zwei Metern Entfernung liest du einen künstlichen japanischen Ahorn als Baum, aus dreißig Zentimetern erkennst du die Kunststoffoberfläche der Blätter. Das ist die ehrliche Antwort, und sie gilt für jedes Modell in dieser Klasse. Der Ahorn hat dabei einen Vorteil gegenüber vielen anderen Kunstbäumen: Seine Blätter sind klein, dünn und tief eingeschnitten. Große glatte Blattflächen zeigen jede Unregelmäßigkeit im Material, ein handförmig gelapptes Ahornblatt bricht die Fläche und streut das Licht. Dazu kommt die Machart. Die Blätter sitzen einzeln gesteckt auf den Zweigen und nicht als vorgefertigte Büschel, deshalb lässt sich jedes Blatt einzeln drehen und leicht nach unten kippen.
Der zweite Punkt, der über die Wirkung entscheidet, bist du selbst. Der Baum kommt mit zusammengebundener Krone aus dem Karton, damit die dünnen Zweige den Transport überstehen. In diesem Zustand sieht er schmal und gerupft aus. Erst wenn du jeden Zweig nach außen ziehst, die Ebenen gegeneinander versetzt und einzelne Zweigspitzen nach unten biegst, entsteht die unregelmäßige Silhouette, die ein Fächerahorn im Garten hat. Wer den Baum direkt nach dem Auspacken in die Ecke stellt, bekommt das schwächste Ergebnis. Und stell ihn nicht mittig vor eine weiße Wand, sondern seitlich neben ein Möbelstück. Sichtbare Tiefe im Raum hilft der Wirkung mehr als jedes Detail am einzelnen Blatt.
Woraus besteht ein künstlicher Ahornbaum?
Die Blätter bestehen aus Kunststoff und sind einzeln auf die Zweige gesteckt, der Topf ist ein einfacher Innentopf ohne Deko-Funktion. Bei der 150er Höhe misst er Ø 18 cm, bei der 180er Ø 20 cm. Dieser Topf ist zum Verstecken gebaut. Entweder stellst du ihn in einen Übertopf, oder du deckst die Oberfläche mit Kies, Rindenstücken oder Moos ab. Beides dauert fünf Minuten und macht optisch mehr aus als die Wahl zwischen zwei Blattqualitäten.
Wichtiger als das Material ist bei diesem Modell die Frage, wie gemessen wird. Alle Höhen sind Gesamthöhen inklusive Topf, nicht Kronenhöhe ab Topfrand. Wenn der Baum auf einem Sideboard von 80 cm stehen soll, landet die 150er Krone bei rund 230 cm und stößt in vielen Wohnungen an die Decke. Auf dem Boden vor einer Wand ist die 180er die ruhigere Wahl, weil sie die Höhe eines Türrahmens fast erreicht und der Raum dadurch gegliedert wirkt. Die beiden großen Höhen sind gleich gebaut und unterscheiden sich nur in Kronenbreite und Topfmaß. Weitere Bäume in vergleichbaren Größen findest du unter Kunstbäume.
So groß steht ein japanischer Ahorn mit 53 bis 180 cm im Raum
Rechne mit einer Standfläche von etwa einem halben Quadratmeter, die Höhe allein sagt wenig über den Platzbedarf. Ein Ahorn ist ein breit wachsender Baum, seine Zweige gehen waagerecht in den Raum und nicht senkrecht nach oben. Nach dem Auffächern beansprucht die Krone deutlich mehr Fläche als der Topf, und genau das willst du auch, weil ein schmal gebliebener Ahorn künstlich wirkt. Vor einem Fenster mit 120 cm Breite füllt die 150er Höhe die untere Hälfte, die 180er reicht bis knapp unter den Sturz. Neben einem Sofa mit 85 cm Rückenlehne steht die 150er Version zwei Handbreit darüber.
Für die Wahl zwischen den drei Höhen hilft eine einfache Regel. Die 53er ist eine Tischgröße und ersetzt keinen Baum, sie steht auf Kommode, Sideboard oder Schreibtisch. Soll der Baum neben Möbeln stehen und mit ihnen eine Linie bilden, nimm 150 cm. Soll er eine leere Ecke füllen oder einen offenen Raum teilen, nimm 180 cm, weil kleinere Bäume in großen Flächen verloren wirken. Miss vorher die Höhe deiner Türen und der Decke. Wer die 180er in einem Altbau mit 2,60 m Deckenhöhe aufstellt, hat oben noch Luft, in einem Neubau mit 2,40 m wird es knapp, sobald ein Übertopf mit 15 cm Höhe dazukommt. Zwischen Kronenspitze und Decke sollten mindestens 20 cm bleiben, sonst wirkt der Baum eingeklemmt statt gewachsen. Eine Übersicht aller Modelle ab 150 cm steht unter große Kunstpflanzen.
Bleicht ein künstlicher japanischer Ahorn am Fenster aus?
Hinter direkter Südsonne verliert eingefärbter Kunststoff Farbe, und dieses Modell ist davon nicht ausgenommen. Dieses Modell ist für den Innenraum gemacht. Praktisch heißt das: Ein Standort ein bis zwei Meter neben dem Fenster, hinter einem Vorhang oder an einer Wand ohne direkten Sonneneinfall hält die Farbe stabil. Direkt in der Fensterlaibung eines Südfensters ist der Standort mit dem höchsten Risiko, besonders im Sommer, wenn die Sonne mehrere Stunden am Tag auf dieselbe Kronenseite trifft. Ein Ost- oder Nordfenster ist dagegen unkritisch, dort steht der Baum auch dicht an der Scheibe sicher.
Wenn du keinen anderen Platz hast, dreh den Baum alle paar Wochen um ein Viertel. Dann bleicht er gleichmäßig statt einseitig aus, und der Unterschied fällt viel später auf. Ein einseitig ausgeblichener Baum sieht schneller alt aus als einer, der insgesamt eine Spur heller geworden ist. Das gilt für jede Kunstpflanze mit farbigem Laub. Bei einem Ahorn kommt hinzu, dass die Blattoberseite kräftiger gefärbt ist als die Unterseite, weshalb ein Farbverlust zuerst an den nach oben zeigenden Blättern der Sonnenseite sichtbar wird. Wenn du dort im zweiten Jahr einen Unterschied siehst, dreh die Zweige einzeln, das gleicht mehr aus als ein Standortwechsel. Modelle, die auf ihre Wirkung aus kurzer Distanz gebaut sind, findest du unter Kunstpflanzen wie echt.
Wie reinigst du einen künstlichen japanischen Ahorn?
Alle vier Wochen trocken abstauben reicht, und zwar von oben nach unten durch die Krone. Nimm einen weichen Staubwedel oder einen breiten Pinsel und stütze die Zweige dabei mit der freien Hand ab, weil die dünnen Ahornzweige sonst mitschwingen und einzelne Blätter aus der Steckung rutschen. Ein Ahorn hat viele kleine Blätter statt weniger großer, deshalb dauert das Abstauben länger als bei einer Geigenfeige, muss dafür aber seltener gründlich sein. Staub setzt sich vor allem auf den waagerecht stehenden Blattflächen der oberen Ebenen ab, dort lohnt der erste Blick.
Wenn sich nach einigen Monaten ein festerer Film gebildet hat, feuchte ein Mikrofasertuch mit klarem Wasser an und zieh die Blätter einzeln zwischen Daumen und Tuch hindurch. Kein Wasserstrahl, keine Dusche, keine Möbelpolitur und nichts mit Lösungsmittel. Wasser im Innentopf bleibt stehen und riecht nach ein paar Wochen, Politur hinterlässt einen Glanz, den keine echte Pflanze hat, und Lösungsmittel greifen die Farbschicht an. In Küchen und Raucherhaushalten setzt sich zusätzlich Fett im Staub fest. Dort ist alle zwei Monate ein feuchter Durchgang sinnvoll, sonst wird der Belag mit der Zeit klebrig und bindet noch mehr Staub. Fang beim feuchten Durchgang oben an und arbeite dich nach unten, damit gelöster Staub nicht auf schon gereinigte Blätter fällt.